“Ein Ort hohen Genusses, wie ich ihn in der Welt noch nie sah. Die Natur verzaubert
mit tausend bisher nicht gekannten Verführungen und man befindet sich in einem Zustand
selten empfundener Sinnlichkeit und Erhabenheit.“ Mit diesen Worten beschrieb Gustave Flaubert
den kleinen Winkel des Lago Maggiore, wo sich das piemontesische Ufer zum Borromäischen
Golf hin öffnet, eine grüne Einbuchtung zwischen den Ortschaften Stresa und Pallanza,
den zwei strahlenden Perlen am See. Hier in Pallanza, gegenüber der kleinen Insel San
Giovanni, der kleinsten der Borromäischen Inseln im Lago Maggiore, die dreißig
Jahre lang Arturo Toscanini als Sommersitz diente, erhebt sich das Grand Hotel Majestic.
Das bezaubernde Hotel aus der Belle Epoque mit seiner unvergleichlich vornehmen Architektur,
den großzügigen, mit Fresken verzierten Räumen und dem weitläufigen
Englischen Garten liegt direkt am See. Seine Errichtung im Jahr 1870 legte den Grundstein
für die Entwicklung des Fremdenverkehrs in der Stadt: Optimale Voraussetzungen,
allen voran die glückliche Lage – ein unvergleichliches Panorama und ideale Lebensbedingungen
auf einer erhöhten Landzunge im See - und das milde Klima an dieser besonderen Stelle,
bewogen Adlige und Ästheten, diesen Ort auszuwählen, um dort ihre prachtvollen Villen
zu errichten.
Auf der Isola Madre und der Isola Bella, nur wenige Schiffsminuten entfernt, ließ die
Adelsfamilie Borromeo im 18. Jahrhundert zwei prunkvolle Residenzen erbauen, umgeben mit den
wahrscheinlich schönsten Gartenanlagen am Lago Maggiore. Diese werden vielleicht nur durch
die botanische Vielfalt des Parks der Villa Taranto mit nahezu 20.000 Pflanzenarten
übertroffen (davon allein 1.000 Erstzüchtungen in Italien), der in Gehweite
zum Grand Hotel liegt.
Von den blaugrünen Tönen der Seelandschaft verzaubert, wie man sie von der Terrasse
des Hotels aus entdecken kann, verlangte die weltberühmte Theaterschauspielerin Eleonora Duse
von ihrer Schneiderin, ihr ein Kleid „in den Farben des Sees“ anzufertigen. Damals hatte eine
Vielzahl von Künstlern, darunter die Schriftstellerin Grazia Deledda und der Komponist Claude
Debussy, das Privileg, in den luxuriösen Räumlichen des Hotels zu residieren. Hier
legten die Boote der Stuart-Familie, der Königin von Rumänien, des italienischen
Königshauses, der deutschen Kaiserfamilie, von Prinzen und indischen Maharadschas an…
Kurzum, hier verkehrten, einem Abbild der damaligen Eleganz gleich, die Repräsentanten des
Bon Vivres zum Ende des 19. Jahrhunderts.